Armenien
(23.- 26.08.2013)

23.08.2013

Einreise

Meghri

 

Noch nicht am anderen Ende angekommen ist die Kopfbedeckung weg. Wir stellen fest: Das war das letzte Land mit Carnet de Passage (Zollgarantie) auf unserer Reise. Gleich erfahren wir auch, dass Schweizer in Armenien nicht mal mehr ein Visum on Arrival benötigen - Iran war also das letzte Land mit Visumspflicht auf unserer Reise (16 Visa waren es insgesamt). Aber jetzt wird es also nur noch Stempel und den üblichen Schreibkram geben, sonst aber nichts mehr. Das ist schon eine Erleichterung. Und in knapp einer Woche sind wir auch im Bereich der grünen Versicherungskarte und dann müssen wir uns auch nicht mehr um die wertlose Haftplichtversicherung in jedem Land kümmern...

Früher war eine Grenze für uns einfach nur eine Grenze. Auf dieser Reise fühlt sich das aber vielmehr wie jeweils einen Abschlusspunkt an, den wir entweder mit gutem oder auch anderen Gefühlen verbinden.

Die Einreise in Armenien ist zwar etwas umständlich, die Beamten aber alle sehr freundlich und gut drauf. Insgesamt haben wir 2 Stunden für die Aus- und Einreise gebraucht. Erstaunlich wenig. Die 56 USD für Strassensteuer und dergleichen tut für 3 Tage zwar weh, dafür sparen wir uns die 40 USD pro Visum.
Einzig der Moment, als zwei Grenzbeamten etwas zu genau den Wagen zu durchsuchen beginnen macht uns nervös, sie geben aber schnell auf als sie die Komplexität ihres Vorhabens realisieren... schweren Herzens legt einer davon den Leatherman zurück, den er so gerne eingesteckt hätte... aber Korruption scheint hier nicht drin zu liegen. Wir machen noch ein paar Spässe mit den Zweien und können dann losfahren in das Land, von dem wir bis vor kurzem nichteinmal wussten, wo genau es auf der Karte liegt... Armenien!

Erster Eindruck von Armenien bei Abenddämmerung

Im ersten Dorf nach der Grenze finden wir rasch einen Standplatz bei einem winzigen Hotel und da steht es schon im Kühlschrank: BIER! Drei Wochen ohne den kleinen Genuss eines kalten Biers zum Abschluss des Tages oder einem Schnaps zum Verdauen war lang genug. Es ist einfach was anderes als diese lustigen Bierersatzlösungen, die sie im Iran im Angebot haben - Limonade passt eigentlich besser von der Beschreibung als ein Malzgetränk. Alkohol ist verboten, genauso wie Drogen.

Das machen übrigens die Iraner auch so: Kaum über die Grenze fallen die Tücher, man zieht sich um und sucht die nächste Bar. Es sind halt eben doch auch nur Menschen, die ihre Bedürfnisse haben.

Es gibt Armenische Küche zum Nachtessen: Leber, Kartoffel, etwas zu fettiges Fleisch, Salat, Gemüse, Bohnen,... gut aber halt wieder viel zu viel! Ein falscher Griff in den Kühlschrank bringt uns gleich eine interessante Entdeckung: Estragon-Limonade! Wer hätte gedacht, dass das so lecker sein kann?

Wie anders es hier drüben bereits schon wieder ausschaut? Keine Kopftücher, wieder alles Kyrillisch angeschrieben, es wird Russisch gesprochen, das Daumen-Hoch-Zeichen wird wieder richtig verstanden... Immer wieder erstaunlich, was so eine von Menschenhand gezogene Linie ausmachen kann.

 

24.08.2013

Vayk

Bevor wir losfahren fragt uns einer der Hotelgäste zum Spass, ob wir denn nichts trinken wollen, bevor wir losfahren. Nein, und ihn wollen wir in dem Fall besser auch nicht unterwegs antreffen - selbstgebrannter Vodka ist hier überall verfügbar und wird tatsächlich auch schon früh getrunken.

Armenische Katze am Swimmingpool des Hotels

Vom flachen Iran kommt man in Armenien schon nach wenigen Kilometern in bergiges Gebiet. Der Tashtun Pass kommt also als erstes an die Reihe und die grüne Vegetation und das Panorama sind eine angenehme Abwechslung zur trockenen Steppen- und Wüstenlandschaft des Irans. Wir sind weitgehend alleine unterwegs.

Grüne Berglandschaften sind eine willkommene Abwechslung zur überwiegend
trockenen Steppen- und Wüstenlandschaft des Irans

Auf der rückwärtigen Seite geht es steil und kurvig in die Tiefe und schon bald sieht man im Talgrund Kajaran, die erste Minenstadt unterwegs. Die recht junge Mine fördert Eisenbauxit und gibt diesem abgelegenen Winkel eine Perspektive. Der Boden ist extrem eisenhaltig. Auf einer Seite wird ein Berg abgetragen und mit den riesigen Grubenlastwagen in einer anderen Ecke des Tals aufgeschüttet. Hier werden tatsächlich "Berge versetzt".

Überall trifft man unterwegs auf noch aktive oder eben auch stillgelegte Minen. Die hohen, verrosteten Türme für die Liftanlagen zeugen von reger Untertagbau-Aktivität in der Vergangenheit und reichhaltigen Vorkommen - ein Grund dafür, warum sich die Armenen dieses Gebiet gewaltsam von den Aserbajianern unter den Nagel gerissen haben. Der zweite wichtige Grund war, einen direkten Zugang zu Iran zu bekommen.

Der Schuttkegel füllt ein ganzes Seitental auf

Es ist schon immer wieder faszinierend, wie anders nach einer Grenze die Menschen aussehen, gekleidet sind oder auch auf uns reagieren. Die Speisekarte offeriert plötzlich wieder ganz andere Speisen (und natürlich Bier und Vodka), plötzlich fahren wieder europäische und russische Fahrzeuge durch die Strassen und die Häuser sind anders gebaut, die Landschaft sieht anders aus. Ach ja, und die Strassen sind wieder 3. Liga.

Nach Persisch, Kyrillisch, Arabisch, Thai, Chinesisch, Sanskrit,
Tibetanisch... - was sind das denn nun wieder für Schriftzeichen?!

Leider geht heute unsere Tagesplanung bachab: Der Strassenzustand und die sehr kurvigen Pässe (49 Haarnadelkurven - nimmt das denn kein Ende?!) lassen uns kaum vorankommen - mit 200 Liter Treibstoff an Bord sind wir noch behäbiger als sonst. Etwas unangenehm sind auf einem Streckenabschnitt die Warnhinweise am Strassenrand, dass man sich in einer verminten Gegend befindet - tatsächlich sind wir im Nagorno-Karabakh Gebiet, Azerbajianisches, von Armenien besetztes Gebiet. Unser GPS bestätigt: Wir befinden uns jenseits der Grenzlinie also eben in besetztem Gebiet.

Unterwegs halten wir hier und dort um ein paar Bilder zu schiessen und suchen in der Nähe von Bardzravn eine rund 1000 Jahre alte kleine Kirche im dichten Wald, die erst 1920 wieder entdeckt wurde. Das gibt auch einen herrlichen Rastplatz für die Mittagspause.

Bgheno-Novrarank Monastry von 1062 (N39°23.272' E046°,21.630'), welches wie
soviele andere Sehenswürdigkeiten zuvor auf unserer Reise über hunderte von Jahren
in Vergessenheit geraten war und erst 1920 wieder entdeckt wurde

In Goris bestaunen wir skurrile Felsen, die wie kleine Türme einen Berghang flankieren und biegen im Anschluss direkt hinter ein Polizeifahrzeug auf die Hauptstrasse ein. Bisher kamen wir ohne Polizeikontakte durch - unsere grüne Karte deckt dieses Land nicht ab und es ist eigentlich obligatorisch, eine Versicherung zu haben. Eine Busse wird uns teurer zu stehen kommen als die Versicherung aber wir lassen es in den drei Tagen drauf ankommen. Gut haben wir die Versicherungsetiketten aus Thailand und Laos noch an der Scheibe, das sieht von Weitem so aus wie der obligatorische Sticker von Armenien.

Goris hat seine eigene Sehenswürdigkeit...

Die Landschaft gleitet an uns vorbei und der Verkehr hat etwas zugenommen. Es wird wieder fleissig überholt und der zentralasiatische Stil wird wieder spürbar: Es wird in den Gegenverkehr überholt und man geht davon aus, dass dieser dann auch Platz macht. Aber die Ausnahme bestätigt die Regel. Ein weisser Mercedes brettert mit hoher Geschwindigkeit auf einen Lastwagen vor ihm zu und setzt ungeachtet dem Gegenverkehr - einer Limousine vor uns und uns selbst - zum Überholen an. Der Vordermann reagiert lange nicht und die beiden geraten auf direkten Kollisionskurs. Plötzlich realisiert er und macht einen etwas zu beherztes Ausweichmanöver, kann aber die Kollision vermeiden. Er schlingert stark und kann den Wagen nicht mehr kontrollieren, er schleudert mit 60 bis 80km/h 180 Grad um die eigene Achse und kommt im Kiesbett neben der Strasse zum Stehen - direkt neben einem kleinen Abhang. Der weisse Mercedes zieht ungebremst vor uns auf seine Spur zurück und zieht Leine. Wir halten kurz an und erkundigen uns bei den Driftprofis, ob alles in Ordnung ist - die beiden sind gerade dem Senseman von der Schippe gesprungen oder zumindest einem heftigen Crash im Acker entgangen.

Spezialität der Gegend: Strohballen werden überall in hohen Pyramiden gestapelt

Gut müssen wir nicht mehr viel weiter, auch uns ist das ziemlich eingefahren. Wäre es zur Kollision der beiden Fahrzeuge vor uns gekommen wären wir zwangsläufig involviert gewesen. Das grösste und gefährlichste Risiko unserer Reise ist und bleibt der Strassenverkehr - nicht die Taliban an der Afghanischen Grenze, Überfälle bei einsamen Campinplätzen oder mögliche politische Spannungen wie in der Türkei.

Die 204 merkwürdig angeordneten und rund 5000 Jahre alten Basaltsteine von Zorats Karer zeugen von astrologischem Wissen, welches schon sehr weit entwickelt war für diese Zeit.

Langsam müde von der Kurverei schlagen wir bei einem hübschen Restaurant unseren Nachtplatz auf, verspeisen einen frisch gefangenen Fisch im Tandoor Ofen zubereitet und geniessen die laue Bergluft nach den vielen heissen Tagen im Iran.

Gerade eben ist unser Fisch im unterirdischen
Tandoor Ofen verschwunden um kurze Zeit
später als herrlich gewürztes Fisch-BBQ auf dem
Teller zu landen


25.08.2013

Dilijan

Die Armenische Seidenstrasse bietet viel Historisches und so besuchen wir als erstes die besterhaltene Karavanserei in Armenien, welche 1330 gebaut wurde. Dieses massive Gebäude bot den Händlern und Reisenden entlang der Seidenstrasse Schutz und Unterkunft. Im Mittelgang sind die Tiere untergebracht, in den flankierenden Seitengänge legten sich die Menschen zur Ruh oder kochten sich ihre Mahlzeiten. Armeniens Touristmusbranche ist gut vorbereitet für Touristen, findet man bei allen Sehenswürdigkeiten Displays und sie verwenden auch moderne Elemente wie den zweidimmensionalen Barcode. Mit Handycam fotografieren und über ein App erhält man dann noch mehr Informationen dazu. Hier kan man damit sehen, wie die Karavanserei damals ausgesehen haben muss.

Eine über 1300 Jahre alte Karavanserei erinnert uns daran, dass wir

auf der armenischen Seidenstrasse unterwegs sind. Hier zogen einst Karavanen
mit wertvollen Stoffen und Produkten durchs Land, um in der Ferne Handel zu treiben.
In Karavansereien finden Mensch und Tier sicheren Unterschlupf

Landschaftlich ist auch dieser Abschnitt wieder ein Genuss, viel Grün und zunehmend auch Wälder säumen die Strasse. Irgendwo im Nirgendwo steht ein kleiner Camper und ein Motorrad dahinter, es sind zwei Schweizer auf Durchreise. Adi und Roland sind in 10 Tagen aus der Schweiz bis hierher gefahren mit dem Ziel Persepolis. Wie immer sind diese spontanen Begegnungen kurz aber sehr intensiv und herzlich. Das Alter oder der Job spielt bei solchen Begegnungen keine Rolle, es ist der gleiche Spirit, der verbindet.

In der Kürze liegt die Würze: Zwei Schweizer auf dem Weg nach Persepolis

Dann kommt schon bald der Sevan See in Sicht und das Wasser ist verschiedenfarbig und wechselt je nach Sonneneinstrahlung die Intensität. Der See ist auf 1900m und ca. 80km lang und war einst deutlich grösser - der Seespiegel wurde durch ein russisches Projekt 1950 zur Stromerzeugung und Bewässerung um 20 Meter abgesenkt und dabei kamen Ruinen und andere überraschende Objekte an die Oberfläche. Zwischenzeitlich versucht die Armenische Regierung, den Spiegel wieder anzuheben und so holt sich der See über die Jahre wieder die ersten Badestrände und Gemäuer zurück.

Der Sevan See mit intensiven und wechselnden Farbtönen, wie üblich wenig
erfolgreich auf dem Foto abzubilden

Der Friedhof von Noratus ist einen Besuch wert. Er ist bekannt für seine rund 800 Steinkreuze, genannt Khachkar, die zwischen dem 9. und 17. Jhdt. gefertigt wurden. Es gibt da Grabsteine, die über 1100 Jahre alt sind und unter anderem ein Ehepaar abbilden und darunter einen mongolischen Reiter - deren Mörder. Nur schon der Gedanke, wie weit weg die Mongolei ist und hier Menschen durch Tschingis Khans Männer ums Leben gekommen sind ist sehr eindrücklich. Aber die grösse des Grabfeldes, welches bis in die heutige Zeit reicht, ist noch eindrücklicher. Die neuen Gräber sind alle wie kleine Gärten mit Steinmauern, Toren und einem Steinboden oder dergleichen gestaltet. In der Mitte davon ist ein einzelner oder mehrere Grabsteine. Die Abmessungen sind erstaunlich, so hätte in vielen ein kleines Häuschen Platz. Es sind Familiengräber und die Grabsteine auch für noch nicht Verstorbene sind bereits gesetzt, es fehlt einfach nur noch die Inschrift (und der Leichnam). Manchmal ist aber schon das Foto vom Ehepaar eingeritzt, obwohl noch einer der Partner lebt. Sehr kurios.


Eine kleine Kapelle auf einer Anhöhe

Das riesige Feld von Grabsteinen, die bis 1100 Jahre alt sind. 800 davon sind mit den kunstvollen
Kreuzen verziert, wovon einzelne Exemplare schon im Louvre ausgestellt wurden

Oben links das Ehepaar, welches hier begraben ist. Daneben Werkzeuge und
Utensilien aus ihrem Leben. Unten links die Todesursache:
Ein berittener Mongole!
mit Schwert

Prominent über dem See sieht man schon von Weitem das Hayravank Monastery. Am Fusse des Felsens kann man schön die versinkende Uferlandschaft erkennen, nachdem der Seespiegel bereits wieder um 2m angestiegen ist. Ideal für Fischer, die so in ihren langen Stiefeln weit ins Wasser waten können um zwischen Hausruinen zu fischen.

Entlang des Sees gibt es überall kleine Häuschen und Sitzbänke die zum Rasten einladen. Sie erinnern alle an einen Verstorbenen und sind als Gedenkort von Hinterbliebenen gebaut worden. Eigentlich ein schöner Gedanke, denken doch so viel mehr Menschen über die verstorbenen nach. Am nördlichen Ende des Sees kommt dann Sevan, die Party-Beach-Life Zone. Hier gibt es Campingplätze, Grillplätze und lange Strände, wo sich die Einheimischen gegenseitig auf den Füssen rumstehen. Es ist alles rappelvoll und somit ein guter Grund für uns, weiter zu ziehen. Ein weiterer Grund: hier wimmelt es von Polizeifahrzeugen. Ein Grund mehr, zu verschwinden.

Rastplätze wie dieser stehen überall, im Andenken an Verstorbene.
Eine schöne Tradition

Ein moderner Tunnel bringt uns durch den nächsten Berg und erspart uns den Darmverschluss (eine weitere Serpentinenstrasse, das Gewimmel auf der Strasse erinnert eben an einen Darm, der kaum ein Ende hat). Die freundliche Ansage im Tunnel drin finden wir spannend, was die Stimme wohl den Automobilisten sagen will? Bitte Licht einschalten, Fenster herunter kurbeln und aus dem Seitenfenster schauen, dass man trotz getönter Frontscheiben was sehen kann? Wir wissen es nicht.

Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen...

Dilijan sei die Schweiz Armeniens und im Guesthouse Daravand finden wir eine gemütliche Bleibe. Im Hintergrund läuft Jazz und plötzlich kommt die Ansage des Swiss Jazz Radio - wenn das kein Empfang ist? Etwas nach uns trifft Martin, ein weiterer Overlander ein - somit ist das Thema des Abend auch schon gegeben. Zum Nachtessen gibt es lokale Spezialitäten bis zum Bersten, dazu georgischen Wein und Cognac.

 

26.08.2013

Ausreise

Bagratashen/
Sadakhlo

Ein georgischer Gast gab uns noch ein paar Tipps zur Route, unter anderem wie wir am besten zur Grenze fahren können. Wenig Verkehr, wenig Polizei, gute Strassen. Der Weg führt über Ijevan, Noyemberian und stellenweise wieder aserbaijanischen Boden. Die Guesthousebesitzerin rät uns noch, das Monastery Makaravank, aus dem 11. Jhdt anzuschauen. Frisches Brot finden wir auch unterwegs und in einem Supermarkt geben wir unsere letzten Dram aus, damit nicht wieder einer der Geldwechsler Geld mit uns verdienen kann.

Seit der Mongolei erstmals wieder im "Konvoi" mit Martin

Kurz vor der Grenze fährt man wieder durch von Armenien besetztes aserbaijanisches Gebiet. Wir verstehen nicht, wie sowas funktionieren kann auch wenn wir die schwierige Vergangenheit der beiden Länder grob kennen. Wieder auf armenischem Boden sieht man entlang der Grenze viele Ruinen von Gebäuden, wohl auch Zeugen von weniger friedlichen Nachbarschaftsbeziehungen.

Aber was kennt man eigentlich von Armenien? Ist es das Erdbeben von 1988 in Spitak, wobei 25'000 Menschen ums Leben kamen und über eine Million Einwohner obdachlos wurden? Die Bausubstanz war miserabel, 80% des medizinischen Personals sind beim Beben ums Leben gekommen und viele der Überlebenden erfroren bei der klirrenden Kälte, die herrschte. Die Stadt wurde komplett zerstört und aufgegeben, um sie an einem anderen Standort in der Nähe neu aufzubauen.

Oder sind es die Spannungen zwischen Armenien und der Türkei, welche bis heute bestreitet, während des ersten Weltkriegs einen Genozid am armenischen Volk verübt zu haben? Es kamen dabei 300'000 bis 1.5 Mio Armenier ums Leben.

Einmal mehr stellen wir fest, wie wenig wir über Länder wissen, die eigentlich sehr nahe an Europa liegen.

Ein Hobby der Armenier: Immer wieder stösst man auf Autowrack-Zäune. Warum
nur in diesem Land und nur hier so oft Fahrzeuge entsprechend "entsorgt" werden?

Dafür lernen wir noch den Prozess der Ausreise kennen und ärgern uns, dass wir 8'600 Dram (20CHF) für Zollformalitäten auslegen müssen. Nur so können wir unseren Wagen wieder mit über die Grenze nehmen. Ein Broker erledigt die Papiere in weniger als 5 Minuten und kassiert alleine dafür 2'000AMD, der Abschluss des Zollfiles kostet 6'600AMD - keine Ahnung wofür. Aber alle hier haben dasselbe Problem und zahlen auch dieselben Beträge, so scheint das formal korrekt zu sein.
Es ist das erste Mal, dass wir für die Ausreise Geld in die Hand nehmen müssen... sogar in Indien ging das flott und in weniger als 10 Minuten, dank Carnet de Passage.

Wieder verlassen wir ein Land, welches uns mit reichen Eindrücken überraschte. Auch wenn es nur ein kurzer Abstecher war verschwindet so ein weiterer grauer Fleck auf der Landkarte und an dessen Stelle kommen Bilder und Erlebnisse.