Namibia
(8.- 29.12.2017)

08.12.2017

Einreise

Windhoek

 

Nach rund 10 Stunden Flug schweben wir immer tiefer über der Steppe rund um Windhoek, der Wind lässt die Maschine schwanken. Unser Sohn hat die Nacht mit Bravour gemeistert - und die Wahl der Billigfluglinie German Wings hat sich auch gelohnt. Der Flieger war halb voll und wir hatten eine Front-Seat-Row (ohne danach zu fragen kam ein Mitarbeiter in Köln auf uns zu und hat uns neue Tickets übergeben!!) für uns ganz alleine. Klasse Service!

Das von zwei im Namib-Wüstensand stehende Oryxantilopen (Stolz, Mut, Eleganz) gehaltene
Wappenschild steht seit 1990 für Namibia - erst dann wurde es eine unabhändige Nation.
Der Schreiseeadler steht für den Norden Namibias und dessen Wasserressourcen und
darunter die Pflanze Welwitschia mirabilis, eine der ältesten Pflanzen der Welt.

Beim Verlassen des Flugzeugs schlägt einem der Temperaturunterschied von 6 Grad in Köln zu rund 30 Grad in Windhoek ins Gesicht - aber sehr angenehm! Man geht zu Fuss über das Rollfeld, ein Kordon von
Flughafenmitarbeitern weist einem den Weg. Immigration und Gepackabwicklung ist schnell gemacht - dank unserem Kleinkind konnten wir aber von einer Vorzugsbehandlung profitieren und mussten keine 10 Minuten warten. Schnell noch Geld wechseln, dann SIM Karte kaufen und der Transfer zu Bushlore, der Auto-Vermietung klappt auch reibungslos.

Wer immer etwas für Toyota Landcruiser übrig hat, der bekommt hier wässrige Augen! Hier fahren sie in allen Formen, Varianten und Altersklassen herum. Und bei der Rentalstation sind sicher rund 20 der Karossen geparkt - wartend auf Sand, Dünen und Camperfreunde!! Wie traurig hat das Kapitel Landcruiser und Landrover im 2016 einen Abschluss bekommen, sie dürfen nicht mehr in die Schweiz importiert werden. A shame!

Die Fahrzeugübernahme ist gründlich und die Einweisung umfassend. Sie dauert etwas länger weil doch hier und dort noch ein Bolzen, eine Lasche oder ein paar Schrauben fehlten. Und ausgerechnete die einzige KFZ Steckdose im Fahrzeug hat nicht funktioniert. Aber ansonsten ist der Toyota Hilux (2.4 GD 6, 4x4) in prima Zustand, die Reifen noch hochwertig und wenige Kratzer und Beulen wurden identifiziert.
Alles fein sauber dokumentiert, das Gepäck grob eingepufft (Himmel, wohin sollen wir mit all dem Kram?!) und los geht's, mit eingestellten Scheibenwischer (weil da ja sonst der Hebel für die Blinker ist) und mit Linksverkehr eingefädelt. Wir steuern direkt da Guesthouse Violet an und machen uns nach dem langen Flug keinen Stress mehr. Einkaufen dann morgen, jetzt erstmals mit dem Kleinen spielen und beginnen Auto ein zu puffen.

Ein leckeres Mahl bei Joes Beer House, eine letzte Nacht in einem Zimmer - es kann losgehen!

Joes Beerhouse: Ein wildes Sammelsurium von ausgestopften Tierköpfen bis hin zum
von gestrandeten Reisenden geschenkten Mini - sagen wir sehr reich dekoriert oder
ein bisschen Abgefahren (Quelle: http://www.joesbeerhouse.com/gallery)


09.12.2017

Stampriet

Kalahari Farmhouse

Einmal noch richtig frühstücken im Guesthouse, eine ordentliches Badezimmer geniessen und dann heisst es beladen des Wagens - was bei den beengten Platzverhältnissen eher eine Herausforderung ist. Zwei Schubladen und ein "Reduit" wo Kompressor, Ersatzrad und sonst noch diverses Material vom Fahrzeug liegt. Und natürlich, wie das so ist, kaum verstaut weiss man schon nicht mehr, wo was ist. Dann beginnt die Sucherei. Wir vermissen wir unseren Landcruiser zum ersten Mal - da hat doch alles seinen Platz.

Ein den Verkehr einfädeln geht einwandfrei und der Bedienhebel für den Blinker ist auch heute noch auf der falschen Seite, so bleiben auch die Scheiben sicher immer sauber. Die Regeln sind einfach: Der erste der an die Kreuzung fährt hat Vortritt, sofern es keine Ampeln gibt.

Zuerst ist Einkauf angesagt: "Kalahari Meat Supplies" bietet viel Biltong, Lambchops, Käsewurst und Droewors. Danach in den "Cymot" wo jedem Camper/Outdoorfan das Herz höher schlägt. Von Padlocks bis zu Bullbars gibts hier einfach alles. Und letztendlich noch in den "Superspar" um die Grundversorgung sicher zu stellen. Ok, vielleicht ein bisschen mehr als nur das. Dumm nur, wohin mit all dem Kram? Der Kühlschrank ist gefüllt und den Rest einfach mal ins Heck stellen. Langsam Zeit weg zu kommen.

Noch tanken und den verunsicherten Tankwart beruhigen, dass der Wagen tatsächlich so viel schluckt wegen einem Zusatztank. Das müsste nun für rund 1000km ausreichen. Und dann mit Kreditkarte bezahlen. Fast wie zu Hause.

Die nächsten 200km sehen in etwa so aus: Piste geradeaus, flach, blauer Himmel.

Kaum losgefahren werden die Augen von unserem Sohn schwer und er schläft ein. Er verpasst wie wir nach ca. 60km auf die Gravelroad abbiegen, auf welcher wir die nächsten rund 200km fahren werden. Eine flache Landschaft gleitet an uns vorbei, einzelne Bäume und Büsche säumen die Strasse. Wir sehen erstmals Ureinwohner: Kudus, Erdmännchen, Warzenschweine, Affen und natürlich Ziegen und Kühe. Zudem Haufenweise der riesigen Vogelnester, die in ganzen Komunen in dem Geäst wohnen. Es ist angenehm warm und am Horizont sieht man Regenwolken, welche auch uns noch kurz streifen. Da geht man nach Afrika und hier kann es doch tatsächlich auch regnen...

So hausen die Siedelweber in Kommunen, in sicherer Distanz zum
Boden und den Jägern die nicht klettern können.

Bei einem Verpflegungshalt kann unser Sohn nach Herzenslust im Sand spielen, der erst noch angenehm warm ist. Mit seinem neuen Bagger leistet er einen Beitrag zum hiesigen Strassenunterhalt. Er ist guter Laune und zeigt keine Anzeichen von Langeweile oder dass er genug hätte von der Fahrt. Auch beim Einsteigen passiert das ohne Wiederstand - wir sind froh hat er trotz der Vibrationen und dem Geschaukel fast 2 Stunden geschlafen hat.

Unser temporärer Reisegefährte: Ein Toyota Hilux 2.4D, Double Cab mit Aufbauvon AluCab.

Sand überall - und erst noch auf rund 35°C vorgewärmt, da vergisst man schnell
die Strapazen der Piste.

Und dann kommt die unübersehbare Warnung, dass selbst eine gerade Gravelroad gefährlich und die sogenannten "Roll-Over" nicht ein Ammenmärchen sind. Ein PW liegt upside down neben der Piste, der Unfall muss aber schon ein paar Stunden her sein. Ein Pannenfahrzeug wird das Wrack gleich aufrichten und abtransportieren. Wenn es eine PW so leicht überschlägt, wie wenig braucht es dann für einen 4x4 wie den Unseren?

Insgesamt standen ca. 280km auf dem Fahrplan bis wir im "Kalahari Farmhouse" eintreffen sollten. Wir sind beim Eintreffen die einizigen Gäste auf dem Camping, welcher sehr einladend ist. Am Horizont ist es Dunkel, als ob es gleich Katzen hageln wird aber wir scheinen verschont zu werden für heute. Etwas spät dran und jetzt noch mit der neuen Küche zurecht kommen ist für unseren Sohn eine weitere Geduldsprobe - und da wir das Fahrzeug erst nach dem Essen für die Nacht richten können freuen sich die Mücken über ausreichend Zeit, all die vielen Nischen im Fahrzeug zu erkunden und gute Verstecke für die Nacht zu scouten. Sie werden alle den Tod des neuen "Mücken-Rackets" sterben, welches sie unerbittlich röstet. Das wissen sie zu dem Zeitpunkt noch nicht. Draussen sitzen zu bleiben macht wenig Freude, das Licht zieht allerlei Kleingetier an - und die rund 12mm langen Ameisen laden ebenfalls nicht zum gemütlichen Verweilen im Freien ein. Zeit, sich in die (enge) Kabine zurück zu ziehen.

Hübsche Campsite - ganz für uns alleine.

Dunkle Woklen am Himmel - heute hat es bereits geregnet, nur gut bleiben wir
heute davon verschont.

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Die weiteren Tage sind in Arbeit und werden demnächst hochgeladen.